Aktuelle Wett Tipps

Brasilien WM 2026: 24 Jahre Fluch – schafft Ancelotti das Unmögliche?

Lars Schmitz
| veröffentlicht am: 11.04.26
geprüft von Mathias Schulz | 3 Min. Lesezeit

Das letzte Mal, als Brasilien Weltmeister wurde, lief der erste Teil von Der Herr der Ringe im Kino. Es war 2002. Seitdem: Viertelfinale 2006, Viertelfinale 2010, Halbfinale 2014 (das 1:7 gegen Deutschland, das eine Nation traumatisierte), Viertelfinale 2018, Viertelfinale 2022. 24 Jahre, fünf Turniere, immer Viertelfinale oder Halbfinale, nie der Titel.

Carlo Ancelotti hat seit Ende 2025 das Traineramt übernommen. Unter ihm hat Brasilien in acht Spielen nur vier Gegentore kassiert und fünfmal zu Null gespielt. Das ist der tiefgreifendste taktische Wandel, den die Seleção seit Jahrzehnten erlebt hat. Aber reicht es?

Was Ancelotti anders macht

Der Hauptunterschied unter Ancelotti ist nicht der Kader – der war vorher schon da. Es ist die Priorität. Ancelotti stellt Sicherheit über Spektakel. Bei Real Madrid hat er das mit Benzema, Vinícius und Rodrygo auch gemacht: Geduld, Vertikalpässe, schnelle Gegenstöße, und wenn es eng wird – die individuelle Klasse macht den Unterschied.

Für Brasilien bedeutet das: Weniger Tiki-Taka-Versuche, mehr direkte Pässe in die Tiefe. Weniger Risiken in der Defensive, mehr Stabilität im Mittelfeld mit Bruno Guimarães und Casemiro. Vinícius Jr. links, Rodrygo rechts – zwei Spieler, die Dribbling und Tempo in jeden K.o.-Abend bringen können.

Das Problem: In den schwächsten Momenten der Qualifikation – Brasiliens Platz 5 in Südamerika, sechs Niederlagen – war diese Stabilität nicht da. Das lag an einer schwierigen Trainerzeit davor. Ob Ancelottis System bis Juni vollständig verinnerlicht ist, wird sich zeigen.

Die Stärken: Vinicius und Rodrygo als Waffe

Vinicius Jr. ist einer der besten Spieler der Welt. Wenn er einen guten Tag hat, kann er jeden Verteidiger der Welt stehen lassen. Das Problem ist die Variabilität: An schlechten Tagen trifft er nicht, provoziert Gegner und riskiert Karten.

Rodrygo ist das Gegenteil: ruhig, technisch, kalt. Er trifft in Champions-League-K.o.-Spielen – das ist der beste Stresstest im Vereinsfußball. Wenn Brasilien in einem WM-Halbfinale steht und einen Treffer braucht, ist Rodrygo der richtige Mann.

Endrick, noch keine 20 Jahre alt, ist eine Wildcard: zu jung für die Startelf in einem WM-K.o.-Spiel, aber als Joker in der Lage, Spiele zu verändern. Er ist Brasiliens aufregendste Option für die Zukunft – und könnte in diesem Turnier erste Eindrücke hinterlassen.

Die Schwächen: Mittelfeld und das alte Muster

Brasiliens Mittelfeld ist das Problem. Casemiro altert, Bruno Guimarães ist gut aber kein Weltklasse-Spielmacher, Lucas Paquetá ist kreativ aber inkonstant. Was Brasilien fehlt: Ein Rodri. Ein Xhaka. Ein Spieler, der das Spiel kontrolliert, ohne selbst der Mittelpunkt zu sein.

Ohne diese Figur ist Brasilien anfällig für Pressing-Teams, die hoch stehen und Brasilien aus der Komfortzone drängen. 2022 scheiterte Brasilien im Viertelfinale an Kroatien – einem Team, das defensiv tief stand und auf Konter lauerte. Das Muster ist alt und bekannt.

Gruppe C: Der erste Test

Brasilien trifft in der Gruppenphase zuerst auf Marokko – das härteste Auftaktspiel des Turniers. Dann Haiti und Schottland. Die Gruppe sollte Brasilien gewinnen – aber das Marokko-Spiel ist ein echter Test der Ancelotti-Transformation. Wenn Brasilien dort 1:0 gewinnt, methodisch und ohne große Überraschungen, ist das das beste Zeichen für den Turnierverlauf.

Die Quote: 9,00 – fair oder Chance?

Brasilien bei 9,00 entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 11,1 %. Meine eigene Schätzung: Brasilien hat eine echte Titelchance von 8–10 %. Das bedeutet: Die Quote ist fair, kein besonderer Value – aber auch keine offensichtliche Falle.

Wer auf Brasilien setzen will, setzt auf zwei Dinge gleichzeitig: Ancelottis taktische Transformation und das Ende eines 24-jährigen Fluchs. Beides kann passieren. Wahrscheinlich ist es nicht.

Mein Szenario für Brasilien

Gruppensieger in Gruppe C: wahrscheinlich. Sechzehntelfinale: kein Problem. Achtelfinale: gegen ein mittelstarkes Team, Brasilien gewinnt. Viertelfinale: Das Schicksal entscheidet, gegen wen. Wenn es Frankreich oder Spanien ist – ich tippe auf Brasiliens Ausscheiden. Halbfinale: Mein Optimismus-Szenario, wenn Vinicius in Topform ist.

Titel: 10 % Wahrscheinlichkeit. Quote 9,00. Mathematisch fairer Preis.

Wenn du auf Brasilien setzen willst, tu es – aber nicht weil du glaubst, dass der Fluch dieses Mal bricht. Tu es, weil Ancelotti der erste Trainer seit Jahren ist, dem ich zutraue, die richtigen Entscheidungen in K.o.-Spielen zu treffen.


Meine persönliche Einschätzung, keine Anlageberatung. Glücksspiel kann süchtig machen. Kostenlose Beratung: BZgA 0800 1 37 27 00 | check-dein-spiel.de

Lars Schmitz Lars Schmitz Lars Schmitz ist Redakteur und Sportwetten-Analyst bei sportwetten-deutschland.de. Mit über 15 Jahren Erfahrung in der Wettbranche analysiert er Quoten, Märkte und Taktiken mit dem Blick eines Praktikers – nicht eines Theoretikers. Sein Fokus: ehrliche Einschätzungen, klare Meinungen und Analysen, die wirklich weiterhelfen. Wetten ist für ihn kein Glücksspiel, sondern angewandte Wahrscheinlichkeitsrechnung.
sportwetten-deutschland.de
Hinweis: Alle Informationen auf unserer Website sind sorgfältig recherchiert. Dennoch kann es Aufgrund des stetig wechselnden Angebotes von Sportwettenanbietern, zu Abweichungen kommen. Insbesondere Quoten und Bonusangebote sollten auf der jeweiligen Anbieterseite nochmals geprüft werden. Die AGBs des Anbieters gelten. Außerdem weisen wir darauf hin, dass Sportwetten süchtig machen kann! Wetten soll Spaß machen, spielen Sie verantwortungsbewusst! Wetten ist erst ab 18 Jahren erlaubt. Glücksspiel kann süchtig machen. Hilfe unter bzga.de