Sportwetten in Schleswig Holstein – was steckt dahinter?

hessenSportwetten Schleswig Holstein – diese beiden Begriffe gehören in Deutschland zusammen wie Pech und Schwefel. Das Innenministerium des norddeutschen Bundeslandes ist 2012 abseits aller Kritiker einen eigenen fortschrittlichen Weg bei der Lizenzvergabe für Onlinewetten gegangen. Die damalige CDU-FDP Regierung hat die EU-Richtlinie 1:1 umgesetzt – gegen den Widerstand aus Berlin.

Doch was steckt wirklich hinter den Sportwetten Schleswig Holstein? An welche Besonderheiten sind die Lizenzen gebunden? Warum werden aktuell keine neuen Genehmigungen vergeben? Diese Fragen beantworten wir Dir im folgenden Ratgeber.


Das Modell Sportwetten Schleswig Holstein im Detail

schleswig-holstein2Ziel der Sportwetten Schleswig Holstein Lizenz war es, eine perfekte Mischung aus Spielerschutz und Marktfreiheit zu finden. Gleichzeitig sollte den „illegalen“ Offshore-Anbietern Einhalt geboten werden. Die Genehmigungsvergabe war liberal, jedoch gleichzeitig an strenge Vorschriften gebunden. Das anonyme Wetten war und ist beispielsweise verboten. Jeder Kunde benötigt eine Registrierung mit welcher eine Legitimationsprüfung verbunden ist. Im Hintergrund wurde beide den Buchmachern eine sogenannten Blackbox installiert, welche sich quasi als Fahrtenschreiber des Wettens erwiesen hat. Für jeden Kunde wurden alle Transaktionen aufgezeichnet. Die Behörden hatten und haben direkten Zugriff auf diese Daten.
Eine weitere Besonderheit der Sportwetten Schleswig Holstein Genehmigung ist, dass die Wettanbieter gleichzeitig für ihre Casino- und Pokerangebote eine Lizenz erhalten haben.

Natürlich ist das Schleswig Holsteiner Modell auch mit entsprechenden Steuereinnahmen verbunden. Die Buchmacher sollten 20 Prozent ihrer Gewinne an den Fiskus abführen. Eine ähnliche Regel gibt’s übrigens auch in Dänemark. Die Vorgehensweise der norddeutsche Landesregierung wurde von der EU-Kommission ratifiziert und als gesetzeskonform eingestuft – ein Status, von welchem die Berliner Regierung noch meilenweit entfernt ist.


Die 25 lizenzierten Sportwetten Anbieter auf einen Blick

Nachfolgend haben wir Euch die 25 vom Innenministerium in Schleswig Holstein lizenzierten Sportwettenanbieter auf einen Blick zusammengestellt.

  • NordwestLotto Schleswig-Holstein & (Angebot Oddset)
  • Polco Ltd. (Betfair-Gruppe) : Betfair
  • Personal Exchange International Ltd. (mybet Holding SE) : Mybet
  • Hillside (New Media Ltd.) (bet365) : Bet365
  • bet-at-home.com Internet Ltd. : Bet at Home
  • ElectraWorks (Kiel) Ltd. (bwin) : Bwin
  • Tipico Company Ltd.
  • 888 Germany Ltd.
  • Cashpoint Malta Ltd.
  • Ladbrokes International PLC: Ladbrokes
  • Admiral Sportwetten (Rellingen)
  • Admiral Sportwetten (Gumpoldskirchen, Österreich)
  • Victor Chandler (International) Ltd.: BetVictor
  • bet90 Ltd.
  • Interwetten Gaming Ltd. : Interwetten
  • Spread Your Wings Germany Ltd. : Sportingbet
  • Primebet International Ltd.
  • OnGoingMedia
  • Nordbet – auch stationärer Vertrieb
  • World of Sportsbetting Ltd.: Happybet
  • RULEO Alpenland
  • IBA Entertainment Ltd.: Bet3000
  • Wettenleip GmbH
  • Trading Technologies Ltd. (merkur-win)
  • Cash-Line Sportwetten GmbH

Zum Sportwettenanbieter Vergleich

Zusätzlich wurden vom Innenministerium Schleswig Holstein weitere gut 20 Online Casinos lizenziert.


Warum wurde die Lizenzvergabe eingestellt?

Die Sportwetten Schleswig Holstein Lizenzvergabe wurde wie bereits erwähnt von der CDU und der FDP eingeführt. Mittlerweile ist in Kiel jedoch eine rot-grüne Landesregierung an der Macht, welche aktuell keine Genehmigungen mehr erteilt und sich sogar dem Länderglücksspielvertrag angeschlossen hat.

Fakt ist jedoch, dass den Norddeutschen fast keine andere Wahl blieb. Mit der Einführung der deutschen Wettsteuer hat die Bundesregierung das fortschrittliche Vorgehen in Schleswig Holstein elegant ausgebremst. Da die Gesetze aus Berlin über den Verordnungen der Länder stehen, war eine weitere Lizenzvergabe binnen weniger Tage nicht mehr möglich. Einerseits kann an dieser Stelle von einem „politischen Trick“ gesprochen werden, anderseits trifft es das Wort „Erpressung“ wohl deutlicher.


Die allgemeine Situation der Sportwetten in Deutschland

Begründet wurde das Vorgehen in der Vergangenheit mit einer Einführung von „echten“ deutschen Sportwettenlizenzen. Was seither jedoch geschehen ist, spottet jeder Beschreibung. Das Innenministerium in Hessen wurde vorangeschickt, um zwanzig Buchmacher auszuwählen, welche eine entsprechende Genehmigung erhalten sollten. Das Problem war jedoch, dass es keine wirklichen Regeln zur Bestimmung dieser Wettanbieter gegeben hat. Gleichzeitig widerspricht die Begrenzung auf 20 Unternehmen allen EU-Richtlinien. Die Folge war vorherzusehen. Die Lizenzierung hat vor keinem einzigen Gericht standgehalten und wurde gestoppt. Ein Schelm wer sich an dieser Stelle böses denkt. Dem Gesetzgeber muss vorab klar gewesen sein, dass die Genehmigungen in dieser Form gekippt werden. Letztlich ging es erneut nur darum, das staatliche Monopol zu schützen. Mit blindem Aktionismus wurde gehandelt, ganz nach dem Motto: „Seht her, wir wollten doch, aber die Gerichte habe es gestoppt“. Als Fazit kann an dieser Stelle stehen, dass innerhalb von vier Jahren nichts passiert ist, außer dem Verbrennen von Steuergeldern und Ressourcen. An der Ausgangssituation hat sich nichts geändert. Es kann mit gutem Gewissen von einem Meisterstück der „deutschen Politikverlogenheit“ gesprochen werden.

Mittlerweile plant das Innenministerium in Hessen einen zweiten Versuch der Lizenzvergabe, welcher im Anschluss auf die gesamte Bundesrepublik übertragbar ist. Laut offiziellen Angaben sollen alle Buchmacher eine Genehmigung erhalten, welche bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Bisher handelt es jedoch nur um Ankündigungen, passiert ist noch nichts Konkretes.

Unser Fazit zu den Sportwetten Schleswig Holstein

Das Innenministerium in Schleswig Holstein hat mit seinem Vorstoß im Jahre 2012 wesentlich zur Regulierung der Sportwettenbranche hierzulande beigetragen. Auch wenn die Vergabe der Genehmigungen schlussendlich gestoppt wurde, hat Schleswig Holstein bereits den Weg aufgezeigt, welcher in Zukunft zu gehen ist.